Wenn das süße Leben der Drohnen ganz plötzlich vorbei ist

Wenn das süße Leben der Drohnen ganz plötzlich vorbei ist

Meine Völker haben schon begonnen, die ersten Drohnen aus dem Stock zu werfen. Für alle Nicht-Imker: Drohnen sind die männlichen Bienen. Sie tun das ganze Jahr über … eigentlich nichts. Sie tragen keinen Nektar und keinen Pollen ein, beteiligen sich nicht am Wabenbau, der Aufzucht oder sonstigen Arbeiten im Stock, sie lassen sich einfach nur von den Arbeiterinnen bedienen. Und die tun das auch, denn wenn die Königin einmal in ihrem Leben zum Hochzeitsflug aufbricht, kommt die kurze Sternstunde der Drohnen. Wer es schafft, mit der Königin zur Sache zu kommen, bezahlt für diesen kurzen Moment dann zwar mit dem Leben, ist aber vermutlich immerhin glücklich gestorben. Die übrigen kehren in ihren Stock zurück, wo sie sich weiter von den Arbeiterinnen umsorgen lassen. Alles in allem also kein schlechtes Leben. Bis der Punkt kommt, an dem für dieses Jahr keine Königin mehr ihre Dienste braucht und dann ist Schluss mit lustig. Die Arbeiterinnen ziehen und stoßen die im Vergleich zu ihnen deutlich größeren Drohnen aus dem sicheren Zuhause hinaus. Die armen Kerle verstehen dann die Welt nicht mehr und versuchen wieder zurück in den Stock zu krabbeln, aber die wehrhaften Arbeiterinnen machen die Schotten dicht und lassen sie nicht mehr zurück. Alles in allem eine ziemlich ruppige Angelegenheit, aber im Winter wird keine Drohne gebraucht und deshalb müssen sie unfreiwillig ausziehen und selbst zusehen wie sie da draußen klar kommen, oder eben nicht klarkommen. Mancherorts sieht man nun im Garten eine einsame Drohne schicksalsergeben herumsitzen und auf das Ende warten. Aber, im nächsten Jahr kommt die nächste Generation Drohnen und die darf dann wieder ein paar Monate in Saus und Braus leben … bis der Krimi von vorne losgeht.

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