Brennholz

Brennholz

Durch glückliche Umstände sind wir zu einer mittleren Menge an grob vorverarbeitetem Holz gekommen. Davon ein Teil in etwa armdicker Äste – die meine Mutter mit der Kreissäge wie ein abgebrühter Profi in Lichtgeschwindigkeit zu Kleinholz verarbeitete – aber auch ein Teil an dickeren Holzstücken, die es erst einmal zu zerhacken galt. Und so kam es, dass ich heute zum ersten mal in meinem Leben Holz gehackt habe. Kein Problem, ich weiß genau Bescheid, vor kurzem erst habe ich nämlich im Fernsehen einen Spot von irgendeinem Gartengerätehersteller gesehen, in dem es ums Holzhacken ging. Da war das ganze so ein Spaß, dass sich der Nachbar gar nicht mehr bremsen konnte und durch die Hecke gegrabbelt kam, um das ganze Holz in einem Rutsch wegzuhacken. Da wurden reihenweise schöne glatte Holzstücke auf einen makellosen Hackklotz gestellt und die nur ganz leicht durchgeschwungene Super-Axt ließ jedes Holzstück in zwei genau gleich große Teile auseinanderspringen. Kein Schweiß, keine Anstrengung, keine Blasen an den Händen, keine knorzigen Verwachsungen, die Holzstücke sprangen in einer einzigen großen Party wie von alleine auseinander. Soweit die Theorie aus der Werbung. In der Realität fing es schon mal damit an, dass die wenigsten unserer Holzstücke ganz gerade abgeschnitten waren und nur ziemlich schief auf dem Hackklotz herumwackelten. Auch mit schwups in der Mitte durch war es nichts. Ich kann mich nicht erinnern wenigstens ein Holzstück gleich beim ersten Versuch getroffen zu haben, davon genau in der Mitte die wenigsten und selbst dann teilte sich keines davon freiwillig beim ersten Hieb, sondern es bedurfte immer, immer, mehrerer Anläufe. Auch meine Nachbarn guckten zwar mal interessiert durch die Hecke bzw. den Zaun, um zu sehen was das für ein merkwürdiger unrhythmischer Lärm war, aber anders als der Herr in der Werbung konnten sie sich beherrschen und sind nicht rübergekommen, um mir die Axt aus den Händen zu reißen. Ich vermute, weder meine Axt, meine Holzscheite, noch meine Nachbarn haben den Werbespot gesehen.

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3 Gedanken zu „Brennholz

  1. Also, wenn man noch fleißige Holzhackerinnen sehen will, dann muss man sich in dem schönen Dörfchen Allendorf einmal umsehen. Aber man sollt in der Mitte des Ortes anfangen zu fragen, wo man solche selten gewordene Axt schwinkende Damen noch finden kann.
    Fragt am besten einmal in der Heimlingstrasse!! Das ist mein Tip.

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